Aktuelles15.04.2017

Helmut Maintz und Team auf dem Dach ©Andreas Steindl

Bleidach des Sechzehnecks ist fertig erneuert

Das Sechzehneck des Aachener Doms hat ein neues Bleidach. Das Wetterschutzdach ist abgebaut, das Baugerüst wird jedoch noch bis zum Sommer dieses Jahres stehen bleiben. Gebraucht wird es, um die Restarbeiten an den karolingischen Wandflächen durchzuführen. Danach ist der Aachener Dom wieder vollständig frei von Gerüsten.
Zwei Jahre dauerte die aufwendige Sanierung des 700 qm großen Bleidachs. Es ist das letzte große Projekt in der Grund- und Außensanierung des Aachener Doms, die 1986 begonnen hat. 25 Tonnen Blei und 39 Kubikmeter Holz für die Unterkonstruktion haben die Handwerker verarbeitet. Das Regenwaser wird über 79 laufende Meter Natursteinrinnen aufgefangen.
Die Schäden auf dem Dach erstreckten sich von den undichten Bleiplatten der Dacheindeckung über die darunter liegende Holzkonstruktion bis zu den Ablaufrinnen für Regenwasser. An den Bleiplatten seien aufgrund der Ausdehnung bei Sonnenerwärmung mehr als 100 Risse entstanden, erläutert Dombaumeister Helmut Maintz. Die Holzkonstruktion zur Befestigung der Bleiplatten sei in den 1960er Jahren mit einem schädlichen Holzschutzmittel imprägniert worden. Dies habe an den Platten den sogenannten Bleirostbefall verursacht.
Zu den Schäden zählte auch ein Erdbebennriss aus der Zeit Kaiser Karls des Großen. Beim Erdbeben von 803 entstanden im Gewölbe Risse, die jedoch keine Gefährdung der Stabilität des Zentralbaus darstellten. Im Zuge der Sanierung des Bleidaches wurden die Risse mit Formel 1-Technoligie stabilisiert. Das Institut für Bauforschung der RWTH Aachen sicherte die Risse mit einem mit Carbonfaser verstärkten Mörtelpflaster. Dadurch soll verhindert werden, dass bei einem neuen Erdbeben die Risse wiederaufreißen und die im Innenbereich des Gewölbes angebrachten Mosaiken beschädigt werden.
Die gesamte Sanierung des Bleidachs auf dem Sechzehneck von 2014 bis 2017 hat rund 2,4 Millionen Euro gekostet. Die Bundesrepublik Deutschland, das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Aachen gaben Zuschüsse in Höhe von 825.000 Euro, der Karlsverein–Dombauverein Aachen stellte 950.000 Euro zur Verfügung, das Bistum Aachen 210.000 Euro. Aus der Spendenaktion ‚Der Dom braucht Hilfe‘ flossen 415.000 Euro in die Sanierung des Bleidachs. Dompropst Manfred von Holtum ist zuversichtlich, dass das Geld gut eingesetzt wurde: „Fachleute haben mir gesagt, dass das neue Dach 300 Jahre oder sogar länger halten kann.“ (Text: Domkapitel Aachen)

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