Aktuelles29.01.2019

Jahreshauptversammlung 2019: Gute Bilanz, sichtbare Ergebnisse

An die wahrlich schönen Dinge im Leben gewöhnt man sich nie: Der Karlsverein lädt zur Jahreshauptversammlung und stellt seine erfreuliche Bilanz vor. Zum Schluss greift Helmut Maintz zum Mikro, um den heiß ersehnten Vortrag über seine Arbeit zu halten. In erfrischend unabgehobenem Stil erläutert er unterhaltsam, wofür die zweithöchsten Einnahmen in der Geschichte im abgelaufenen Jahr gut waren: Die nach 148 Neuaufnahmen nunmehr 2859 Mitglieder hat Helmut Maintz am Ende einmal mehr überzeugt, dass ihre Spenden von insgesamt 211.100€ – davon 150 Tausend zusätzlich zum Jahresbeitrag- bestens angelegt worden sind
Als Höhepunkt des Jahres 2018 kann zweifelsohne das Weltkulturerbejubiläum gelten. Viele staunten zu hören, dass der Aachener Dom nicht nur, wie oft ehrfürchtig erwähnt, erstes deutsches Bauwerk auf der Liste der historisch bedeutsamsten Orte war, sondern – zeitgleich mit zwölf weiteren – sogar erstes Welterbe der ganzen Welt. In der Festwoche gaben sich die Protagonisten anderer Welterbestätten und Experten ein Stelldichein und hielten Fachvorträge. Diese wurden in der diesjährigen Schriftenreihe des Karlsvereins dokumentiert, die allein und exklusiv den Mitglieder zur Verfügung gestellt wird. Höhepunkt der Festwoche für die Bevölkerung war die auch von Dompropst Manfred von Holtum in seinem Grußwort gelobte restlos ausverkaufte imposante Lichtprojektion „Der Dom leuchtet“, die Dombaumeister Maintz noch einmal präsentierte und dabei Licht – und Schattenmomente der imposanten Geschichte des Doms kurzweilig bis ins Detail erläuterte (die Präsentation ist in der Dominfo auf USB-Sticks erhältlich).

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Ein wichtiges Projekt war für den Dombaumeister vergangenes Jahr im Trockenen zu stemmen – oder zumindest fast: Feuchtigkeit und Schimmel hatten der Klais- Orgel im Dom zugesetzt, zu deren Sanierung der Karlsverein 25 Tausend Euro beisteuerte. 4000 Pfeiffen wurden vom renomierten Bonner Unternehmen zur Reinigung demontiert und Belüftungsöffnungen wurden vergrößert – auch um den fatalen Schimmelbefall künftig zu vermeiden. Einen großen Teil der Arbeit der Dombauhütte machte die aufwändige Erneuerung des Bleidachs am Sechszehneck aus, außerdem mußten die Regenrinnen erneuert werden. Interesant auch der Bericht über die vielbeachtete Präsentation des Aachener Domes im Rahmen der Handwerkermesse in München, die Helmut Maintz und sein Team eine Woche in die Bayerische Hauptstadt führte. Wer dann am Stand die Marke Dom derart effizient vertritt, darf besten Gewissens abends beim allabentlichen Brauhaustest den Zusammenhalt der Mitarbeiter fördern – insbesondere, wenn selbst in der Messehalle weiter am Dom gearbeitet wird: Die Chorhallenfigur ihres Initiators und Bürgermeisters Ritter Chorus wurde kurzerhand mitgenommen und am Stand vom Dreck befreit und gesandstrahlt.Für die Restaurierung der Außenskulpturen konnte sich der Dombaumeister übrigens original Gipsabgüsse aus Privatbesitz der Götting – Familie sichern. Eine Dombauhütte kümmert sich aber auch um die kleinen Dinge: Wird es im Dom zu trocken, geht automatisch die Heizung aus. Weil die üblichen 14 Grad aber vielen schon als Untergrenze spürbar ausreichen, schuf Helmut Maintz Abhilfe: „Heute dürfen Sie mal ganz feucht wischen“ lautete die Ansage an die Putzfeen, die den Dom dreimalwöchentlich innen erstrahlen lassen. Problem erledigt.
Die große Geschichte der Kooperation zwischen Dombauhütte und Karlsverein zeigen auch historische Rückblicke. So erinnerte Helmut Maintz ebenso an gemeinsame Projekte des Jahres 1918, wie an die Rettung des Dachstuhls vor dem einzigen Geschöpf, dem der Dombaumeister wirklich in Abneiung verbunden ist: Dem gescheckten Nagekäfer, für dessen Bekämpfung er das Dach kurzerhand zur Sauna umfunktionierte.
Auch in Zukunft hofft der Dombaumeister auf die Spenden der Mitglieder des Karlsvereins. Denn mit der Sanierung des Bleidachs der Taufkappelle ist ein dringendes Projekt angelaufen. „Der Schiefer liegt nicht richtig auf, Feuchigkeit dringt ein. Man kann von innen teils schon durchgucken“, sorgt sich Maintz, auch im Fugenbereich besteht Handlungsbedarf. Die Wetterschutzdächer und Gerüste sind nun montiert. „Jetzt wird durchgearbeitet“. Die Mitglieder des Karlsvereins werden daher um weitere die Unterstütung gebeten. Hubert Herpers, Vorsitzender des Karlsvereins, der ebenso wie Schatzmeister Karlheinz Paffen einstimmig entlastet wurde, lobte die gesteigerte Spendenbereitschaft. „Auch fünf Euro helfen“, besonders erfreulich seien auch Anlaßspenden, bei denen zum Geburtstag statt Geschenken eine Domspende erbeten wird. Auch unter Hinweis auf das reichhaltige Angebot – neben der Schriftenreihe gibt es exklusive Detailführungen im Dom und beliebte Fahrten – hofft Hubert Herpers auch, dass weitere Mitglieder geworben werden, die dem Dombaumeister helfen, „den Dom der Folgegeneration wieder in mindestens dem gleichen Zustand zu hinterlassen“, wie Hubert Herpers gerne den Vereinszweck zusammenfasst. Ganz im Sinne von Dompropst Manfred von Holtum, der in seinen Dank an den Verein lebende und verstorbene Gönner des Karlsvereins mit einbezog. Das Engagement zum Erhalt des Doms wird weitergehen – und auch im nächsten Jhr werden sich wieder alle freuen, wenn der Dombaumeister wieder die Früchte des Engagements präsentieren wird.

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